Des Eggersdorfer Carnevalclub e.V.

Wie eigentlich jede Geschichte, hat auch die Geschichte des ECC eine "Vorgeschichte". Als man das Jahr 1954 schrieb, kamen ein paar unterneh- mungslustige Herren der Sportgruppe "Blau-Weiß Eggersdorf" auf die Idee, so etwas wie Faschingsveranstal-tungen zu organisieren. Zweck war eigentlich die Aufbesserung der Vereinskasse. Und siehe da, die Leute kamen gern, Eintrittskarten waren knapp, und so sollte das viele Jahre bleiben. Aus den Anfängen wurde bald ein eigenes, aus dem Sportverein herausgelöstes Gebilde.

Alles wurde selbst gemacht. Die Tanzgruppen übten selbständig, bekamen auch hin und wieder Hilfestellung von interessierten Eggersdorfer Frauen. Für eine fachkundige Trainerin gab es in Eggersdorf keine Mittel, einen DDR-"Trägerbetrieb" mitsamt Kultur- und Sozialfonds hatten wir, im Gegensatz zu manchem Nachbarverein nicht, dafür aber Fleiß und Selbstvertrauen. Die damalige Gemeindeverwaltung legte nicht so großen Wert auf Förderung der wachsenden karnevalistischen Traditionen. Man nahm wohl gar nicht wahr, was sich im ehemaligen Bezirk Frankfurt / Oder mehr und mehr organisierte. So genannte "Volkskunstkollektive" befassten sich mit der Wiederaufnahme und Pflege karnevalistischen Brauchtums. Prompt hatte es dann 1975 ein Ende mit den Faschingsveranstaltungen in Eggersdorf. Zu hinderlich war das Umfeld, und durchsetzen, was durchgesetzt sein wollte, das ging damals ja nicht.

Der Funke aber glimmte weiter. Im Jahre 1979 gründeten drei Unverdrossene den Eggersdorfer Cameval Club - Rainer Seltmann, Dieter Fischer und Ernst-Werner Colberg. Letzterer stand über 25 Jahre an der Spitze des Vereins und gab erst 2005 den Stafelstab an Matthias Luttmer weiter. Und seit 2008 hat Gunnar Bramann dieses verantwortungsvolle Amt inne.

Mit großem Eifer wurde an Programmideen getüftelt, Dekoration gebaut und gemalt. Alle Kostüme mussten selbst geschneidert werden. Für eine Darbietung brauchten die Damen reichlich 500 Kaffeetüten (und das zu Mangelzeiten der DDR), woraus dann Kostüme entstanden. Organisationsformen entwickelten sich mit wachsender Qualität. Für die Gäste wurde Karneval mehr und mehr zur Möglichkeit, mal vom Alltagstrott abzuschalten und die immer sichtbarer werdenden Missstände in der DDR für kurze Zeit zu vergessen. In den 80er Jahren des 20.Jahrhunderts hatten wir dann teilweise 13 ausverkaufte Veranstaltungen zu stemmen mit jeweils 150 Gästen - eine Mammutaufgabe.

Mit dieser Entwicklung ging auch ein spürbarer Wandlungsprozeß in der personellen Besetzung einher. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands hatte sich der ECC schon zu einem anerkannten Träger der karnevalistischen Bewegung in unserer Region entwickelt. Kontakte mit anderen Vereinen und Gesellschaften weiteten den Blick. Der Eintragung in das Vereinsregister und Anerkennung als gemeinnütziger Verein folgte alsbald die Mitgliedschaft im Karnevalverbandverband Berlin - Brandenburg im Bund Deutscher Karneval e.V.. Am 11.11.1997 erhielt die Vereinsfahne des ECC in Patenschaft der Schützengilde Strausberg von 1588 e.V. ihre feierliche Weihe - unvergesslich in der Vereinsgeschichte!

So wurde mit den Jahren aus dem Eggersdorfer Carneval Club e.V. eine echte Heimstatt für Groß und Klein. Die Altersstruktur reicht von vier bis 54 Jahre, wir sind ein junger Verein.

Die Aufgaben wuchsen und verlangten alsbald nach einer besseren Arbeitsstruktur. Nachdem in den 1990er Jahren der Vorstand die Geschicke nahezu alleine lenkte, wurde diesem nach und nach viel Arbeit durch Verlagerung in Arbeitsgruppen mit deren fähigen Leitern abgenommen. So entwickelten sich die Gruppen "Gardetanz-, Mariechen- und Paartanz", "Schautanz", "Männerballett", "Gesprochenes Wort & Gesang".

Bereits im Jahr 2002 wurde die Satzung überarbeitet und den neuen gesetzlichen Regelungen angepasst. Im Jahr 2008 kam es dann zu einer erneuten Satzungsänderung, die hervorgerufen war durch das Bedürfnis, intern eine Erneuerung vorzunehmen und extern die Arbeit im Rahmen des Sports zu ermöglichen. Das Amt des Beisitzers wurde aufgegeben, der Elferrat war nicht mehr Organ des Vereins und dieser besaß nun zwei Vizepräsident(innen) im Vorstand. Dazu formierte sich die Abteilung "Karnevalistischer Tanzsport" mit zwei Leitern und aus der AG Sicherstellung wurde die AG "Management" mit ebenfalls zwei Leitern. Denn seit 1996 kam im ECC ein neues Betätigungsfeld hinzu, wodurch der Verein enorm personell gewachsen ist (wir haben unsere Mitgliederzahl von 45 im Jahre 1995 auf knapp 120 im Jahr 2007 fast verdreifacht).

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Hatte man zwar schon immer eine Funkengarde, so begannen die ursprünglich 6 Mädchen, die Garde leistungsportgerecht auszubauen. Zwischenzeitlich freut sich der Verein an mehreren Garden in drei Altersklassen sowie Solokünstlern. Die besondere Förderung der Jugend im tänzerischen Bereich brachte darüber hinaus ein gutes Potential an Nachwuchs für die übrigen Arbeitsgruppen hervor. So bereichern einige frühere Tänzerinnen zwischenzeitlich das Programm z.B. in der Bütt oder beim Gesang. Und auch als Turnierausrichter haben wir uns bewährt. Begann es noch im Jahr 2000 mit dem ersten MOL-Cup, den inoffziellen Kreismeister-schaften im karnevalistischen Tanzsport, so stellten wir uns 2003, 2006 und 2008 der Herausforderung der Ausrichtung der Landesmeisterschaften des KVBB. Die Turniere in der Giebelseehalle Petershagen waren absolute Höhepunkte im Vereinsleben.

Seit dem Jahr 2001 ist der "Klub am See" in Strausberg unsere Heimstatt geworden. Anfangs dafür noch kritisiert, haben inzwischen auch die Zweifler anerkennen müssen, dass die Bedingungen dort ideal sind.

Dennoch wurde es wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung immer schwerer, alle 300 Plätze im Saal jeden Abend zu füllen. So folgen wir immer wieder neuen Trends, um Gäste anzulocken. Als sehr gelungen hat sich dabei die Weiberfastnacht herauskristallisiert, die wir seit dem Jahr 2005 durchführen und die zwischenzeitlich zum Geheimtipp avanciert ist.

Aber auch unsere Orientierung zu bezahlten Auftritten in großen Einkaufscentern, wie dem Eastgate Berlin, dem Handelscentrum Strausberg, der Bahnhofspassage Bernau oder dem Forum Köpenick, haben dazu beigetragen, dass es uns noch immer gibt. Und das soll auch noch eine Weile so bleiben…